Mikronährstoffe: Was der Körper braucht

Früchteschale

«Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.»
— Sebastian Kneipp

Gesundheit entsteht im Alltag, in vielen kleinen Entscheidungen. Eine davon betrifft das, was wir unserem Körper tatsächlich zur Verfügung stellen. Viele Menschen ernähren sich bewusst und fühlen sich trotzdem müde, gereizt oder weniger belastbar als früher. Dann lohnt sich ein Blick auf die Mikronährstoffe.

Gemäss WHO sind in Europa rund 37 Millionen Menschen von einer sogenannten qualitativen Mangelernährung betroffen: Sie nehmen genug Kalorien auf, aber zu wenige essenzielle Nährstoffe. Was das bedeutet und wann ein genauerer Blick sinnvoll ist, erfährst du im folgenden Text.

Was sind Mikronährstoffe?

Dazu zählen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitaminoide sowie essenzielle Fettsäuren und Aminosäuren. Der Körper nutzt sie als Baustoffe, Enzym-Aktivatoren und Antioxidantien. Einige bildet er selbst, andere müssen über die Nahrung kommen. Mikronährstoffe wirken langsam und anhaltend, regulieren den Stoffwechsel auf natürliche Weise und sorgen für eine optimale Leistungsfähigkeit, indem sie das physiologische Gleichgewicht wiederherstellen oder aufrechterhalten.

Wo liegt das Problem?

Intensive Landwirtschaft und ausgelaugte Böden führen dazu, dass viele Lebensmittel heute weniger Nährstoffe enthalten als vor einigen Jahrzehnten. Dazu kommen Halb- und Fertigprodukte, die deutlich nährstoffärmer sind als frisch zubereitete Speisen.

Untersuchungen mit Verzehrprotokollen und Laboranalysen aus Deutschland und Österreich zeigen: Mehr als 20 Prozent der Bevölkerung sind unzureichend mit Vitamin D, Calcium, Selen und Zink versorgt. Weitere 5 bis 20 Prozent haben zu tiefe Werte bei Vitamin B1, B6, B12, Folsäure und Eisen. Für die Schweiz gibt es keine vergleichbar umfassenden Zahlen, die Situation dürfte aber ähnlich sein.

Wann der Bedarf steigen kann

Nicht jeder hat einen Mangel. Es gibt aber Phasen und Situationen mit erhöhtem Bedarf: Sport, höheres Alter, Schwangerschaft und Stillzeit, Wachstum, vegetarische oder vegane Ernährung, Unverträglichkeiten oder die längere Einnahme von Medikamenten. Im Folgenden vier Beispiele:

1. Vitamin D

Der Körper bildet es hauptsächlich in der Haut unter Sonnenlicht. In der Schweiz ist das nur etwa von April bis September möglich. Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems sowie zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne bei. Weil der Bedarf individuell ist, bildet der gemessene Vitamin-D-Spiegel die Grundlage für jede Dosierung.

2. Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren bilden einen guten antientzündlichen Schutz. EPA und DHA tragen zu einer normalen Herzfunktion bei und werden für Gehirn und Netzhaut benötigt. Wer keinen Fisch mag, findet in Algenöl eine pflanzliche Quelle.

3. Medikamente

Viele Arzneimittel können die Aufnahme oder Ausscheidung einzelner Mikronährstoffe beeinflussen, zum Beispiel Schmerzmittel oder orale Verhütungsmittel. Mikronährstoffe sind kein Ersatz für Arzneimittel, aber sie können die Nebenwirkungen von Arzneimitteln lindern und die Wirkung derselben verbessern. Es geht nicht um ein Gegeneinander, sondern vielmehr um ein Miteinander – sie sind Partner bei der Wiederherstellung der Gesundheit.

4. Coenzym Q10

Dieses vitaminähnliche Molekül ist für die Energieproduktion in den Zellkraftwerken (Mitochondrien) wichtig. Als starkes Antioxidans schützt es Zellen vor oxidativem Stress. Q10 kommt besonders in energieintensiven Organen wie Herz, Leber und Muskeln vor. Altersbedingt nimmt die Eigensynthese ab. Statine (Cholesterinsenker) hemmen zusätzlich die körpereigene Q10-Synthese.

Messen statt raten

Müdigkeit, Leistungsabfall, tiefe Stresstoleranz, Infektanfälligkeit, Vergesslichkeit oder Schlafprobleme sind unspezifisch und haben viele mögliche Ursachen. Eine Laboranalyse, zum Beispiel im Vollblut, zeigt, wie es um einzelne Nährstoffe steht. Sie ist die Grundlage, um nicht blind zu supplementieren.

Verbindung zum Resonanzmodell

Im Resonanzmodell gehört Gesundheit und Ernährung zum dritten Meilenstein: Das Leben bewusst gestalten. Wer in seine Kraft kommen möchte, schaut auch auf die körperliche Basis. Seit Januar 2026 bin ich zusätzlich MikronährstoffCoach®. Wenn dich deine persönliche Situation beschäftigt, vereinbare gerne ein kostenloses Erstgespräch von 15 Minuten.

Und noch etwas: Bleibe kritisch. Glaube nicht alles, was dir erzählt und verkauft wird, bevor du es selbst überprüft hast.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Behandlung.

Christoph Ulmann
Unaufgeregt. Tiefgründig. Feinfühlig.